Palmöl – ein Beispiel für "Bio" wider der Natur

Palmöl ist mit einem Anteil von einem Drittel am globalen Gesamtverbrauch das weltweit bedeutenste Pflanzenöl. Rund 50 Millionen Tonnen werden jedes Jahr produziert und verbraucht. Über 90% davon stammen aus Plantagen, für die Millionen Hektar dichter, biodiversitärer Urwald vernichtet werden.

Foto: Abholzung des Regenwaldes

Für die Palmölproduktion werden weltweit über 12 Millionen Hektar beansprucht, der größte Teil dieser Fläche wurde durch Abholzung des Regenwaldes in Indochina gewonnen. © Daniel Whittingstall 2012

Palmöl wird vorwiegend in Esswaren, Kosmetika und Reinigungsprodukten verwendet. Es ist auch Bestandteil von "Bio-Sprit", was die Diskussion "nachwachsende statt fossile Brennstoffe" unglaublich verkompliziert. Sollte der gesetzlich vorgeschriebene Einsatz von "umweltfreundlichen" Biokraftstoffen weiter voranschreiten, wird sich der weltweite Bedarf an Palmöl derart vervielfachen, dass der ökologische Vorteil angesichts der Rodungen für Palmölplantagen gegen Null geht.

50% aller Backwaren, Süßwaren, Kosmetika und Reinigungsmittel in den Industrieländern enthalten Palmöl. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in diesen Ländern beträgt ca. 10 kg pro Jahr. In den meisten Fällen wird Palmöl unbewusst konsumiert, denn es verbirgt sich hinter 170 verschiedenen, oft harmlos klingenden Bezeichnungen (z.B. "Pflanzenöl"). In der Kosmetikherstellung wird zudem oft Stearin als fester Zusatzstoff verwendet. Um 1 Tonne Stearin zu produzieren, benötigt man ca. 5 Tonnen Palmöl.


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Palmölplantagen

Die Anbauflächen für Ölpalmen haben sich seit den 1990er Jahren verdoppelt, in Indonesion sogar verzehnfacht. Inzwischen sind 12 Millionen Hektar Urwald den Monokulturen der Palmölplantagen zum Opfer gefallen. Dies hat einen unmittelbaren zerstörerischen Effekt auf die Natur: seltenen Tieren wie Tigern und Orang-Utans wird der Lebensraum genommen, Bodenerosion und Deforestation (Entwaldung) schreiten voran. Schwerer aber wiegt der langfristige Umweltschaden: die Urwälder der Erde sind gigantische Filter für CO2 (Kohlendioxid) und wertvolle Sauerstoffspender. In den feuchten Böden der Urwälder sind außerdem große Mengen Treibhausgase (Metan) gebunden, werden die Moor- und Sumpfgebiete abgeholzt, werden die schädlichen Gase in großer Menge freigesetzt.

Schockierende Fakten zum Thema "Palmöl"

Weitere Informationen und besorgniserregende Bilder finden Sie auf der englischsprachigen Webseite

www.saynotopalmoil.com



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Palmöl in Kosmetika

Die Öle der Palmenfrüchte und ihrer Kerne (Palmkernöl) werden vielfach in kosmetischen Artikeln eingesetzt. Nur wenige Produkte enthalten reines Palmöl, meistens dient es als Rohstoff zur Gewinnung verschiedenster Substanzen. Dies macht es dem Verbraucher praktisch unmöglich zu prüfen, ob in einem Produkt Palmöl(-derivate) enthalten sind. Der sicherste Weg ist, den Hersteller um konkrete Auskunft zu bitten, ein pauschaler Boykott bestimmter Inhaltsstoffe ist oft unsinnig, da viele dieser aus verschiedensten Pflanzenölen gewonnen werden können. So ist Cetyl Alkohol zum Beispiel ein sanftes Tensid, welches sowohl aus Kokosnuss- als auch aus Palmöl stammen kann. Hier macht es keinen Sinn, das Tensid generell zu verurteilen, da es eine sehr sinnvolle Alternativen zu chemischen Tensiden darstellt.

organicum Produkte enthalten keinerlei Palmöl oder Inhaltsstoffe, die aus Palmöl gewonnen werden.


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Foto: Palmöplantage

Die Biodiversität und klimafördernde Wirkung des Regenwalds wird durch die Einöde der endlosen Palmölplantagen zerstört. © Daniel Whittingstall 2012