Silikon: künstliche Glätte und Glanz fürs Haar

Silikone werden vielseitig eingesetzt, die Nutzung von Silikonkautschuk als Fliesenkleber oder Dichtungsmasse ist sicherlich die bekannteste Verwendung dieser synthetischen Polymere.

In Kosmetikartikeln, zum Beispiel in vielen Shampoos werden Silikonöle oder silikonbasierte Substanzen eingesetzt, um einen unverzüglichen Glättungseffekt zu erzielen. Verspricht ein Shampoo nach nur einer Anwendung den Haaren neuen Glanz zu verleihen, kann man sicher sein, dass dieses einen entscheidenden Anteil an Silikon enthält.

Für den Verbraucher ist dies nicht auf den ersten Blick zu erkennen, neben den typischen Bezeichnungen „Repair-” oder „Rebuild-Shampoo” weisen vor allem Inhaltsstoffe mit der Endung „-cone” und „-xane” auf Silikone hin. Weitere Bezeichnungen sind Dimethiconol, Trideceth-12 oder Hydroxypropyl. Die Inhaltsstoffe müssen gemäß EU-Vorgaben nur mit ihrer englischen Bezeichung aufgedruckt werden – immerhin ist es Pflicht, alle enthaltenen Stoffe, geordnet nach ihrem Volumenanteil, anzugeben.

Silikoneöle sind nur bedingt wasserlöslich. Bei der Haarwäsche legt sich das Silikon als hauchdünner Film um das Haar. Dadurch wird es glatt und glänzend, lässt sich leichter kämmen und es wirkt in der Tat „wie neu”. Doch die wasserabweisende Silikonummantelung der Haarschafte lässt sich nicht ohne weiteres wieder auswaschen. Mit jeder Haarwäsche reichert sich mehr Silikon im Haar an. Durch diesen sog. "Build-Up" wird es schwer und träge, oft können die Haarschafte die Last nicht tragen und biegen sich, so dass das Haar deutlich an Volumen verliert.

Silikone sind biologisch nicht oder nur schwer abbaubar und deshalb sehr umstritten. Welchen Effekt sie auf Lebewesen und Pflanzen haben, wenn sie über die Abwässer in den Umweltkreislauf gelangen, ist bislang kaum erforscht.

Rita Stiens schreibt dazu auf www.kosmetik-check.de folgendes:
"Sind Silikone abbaubar oder nicht, reichern sie sich in der Umwelt an? Darüber streiten die Experten. Überzeugend sind die Argumente der Silikon-Verteidiger nicht. Es wird darauf verwiesen, dass Silikone, die in die Kläranlage gelangen, verdampfen oder sich an kleine Partikel im Wasser anheften, die in den Klärschlamm gelangen. Dieser Klärschlamm wird verbrannt, deponiert oder auf Felder gebracht.

Selbst wenn es richtig ist, dass die Verdampfung von Silikonen und die Verbrennung silikonhaltigen Klärschlamms keinen Einfluss auf den Treibhauseffekt hat, sind die Folgen des massenhaften Einsatzes von Silikonen nach wie vor ungeklärt.

Was passiert im Boden mit ihnen? Im Boden werden Silikone nur abgebaut, wenn der Boden ausgetrocknet ist. Ist er dauerhaft feucht, findet kein Abbau statt. In Regionen ohne Kläranlagen (das ist der weitaus größte Teil der Welt!) gelangen sie zum Beispiel in Seen und Flüsse, wo sie nicht abgebaut werden. Welche Probleme daraus für die Natur, die Tiere und den Menschen resultieren, ist nach wie vor nicht absehbar."

Ob Silikone das Haar schädigen, darüber gibt es auch in Fachkreisen geteilte Meinungen. Silikone stehen außerdem im Verdacht, Allergien auszulösen.

Wer eine empfindliche Kopfhaut hat, unter Schuppen oder Juckreiz leidet, sollte von Haarpflegeprodukten mit Silikonen lieber die Finger lassen.

Unser Shampoo, Conditioner & Haarmaske enthalten keine Silikone!